Pilotprojekt mit E.ON BayernE.ON Bayern kombiniert in seinem Pilotprojekt Smart-Metering-Technik und Langwellen-Services zu einem Gesamtsystem, das den Verbrauchern beim Energiesparen hilft.
(Exzerpt des Beitrags aus ew, Jg. 108 (2009), Heft 6, Seite 66 ff, 576 KB)
Ziel der Smart-Metering-Einführung ist, durch detailliertere bzw. häufigere Abrechnungen oder regelmäßige Informationen des Kunden Verbrauch und Kosten transparenter zu machen.
Zur Auswertung durch den Kunden ist eine hausinterne Kommunikationsstruktur sinnvoll, z.B. eine verschlüsselte Inhome-Powerline-Communication-Strecke.Bis der Kunde seine Daten im Internet sehen könnte, würde bei den meisten Systemen aber ein voller Tag vergehen. Die Lösung mit Inhome-Display zeigt die Verbrauchsdaten sofort an. Der erweiterte elektronische Zähler kann außerdem Tarifumschaltung, Lastmanagement und viele weitere Funktionen abdecken, die (in Zukunft) Zusatznutzen für den Endkunden darstellen.
Die Displays lassen sich im Haus an beliebiger Stelle aufbauen und sind damit kundenfreundlicher als Zähleranzeigen im Keller oder gesammelte Lastdaten ohne Analysesoftware.
E.ON Bayern wird zum Test dieser Verfahren rund 10.000 Zähler in Haushalten und kleinen Gewerbebetrieben installieren. Ein Teil der Endkunden wird Displays erhalten, andere eine spezielle PC-Software. Mehr Komfort bietet das Display. Sein Gehäuse enthält neben einem LCD-Bildschirm auch Kommunikations- und Auswertungselektronik. So ist es möglich, Zählerdaten per Funk in dem batteriebetriebenen Display zu empfangen und als Echtzeitwerte anzuzeigen oder Lastgänge graphisch darzustellen. Auch der Vergleich des Strom- oder Gasverbrauchs in verschiedenen Zeiträumen ist möglich.
Der integrierte Langwellenempfänger, der auf Aussendungen der EFR reagiert, wertet das Gerät zusätzlich auf. Unter anderem ist der Versand von Wetternachrichten, Warnmeldungen oder anderen Textnachrichten möglich - auch abgestimmt auf bestimmte Kundengruppen, z.B. nach Tariftyp. Die zusätzlichen Informationen machen es für den Benutzer interessant, das Display mehrmals täglich zu betrachten. Das Display wird zum Alltagsgegenstand und dadurch als Instrument zum Energiesparen sinnvoll.
Die Integration des Langwellenempfänger sowie von Relais oder zusätzlicher Elektronik eröffnet weitere Potenziale wie die dynamische Tarifschaltung oder die Steuerung von "Sparsteckdosen", die es dem Betreiber erlauben, bei hoher Netzlast Geräte für kurze Zeit auszuschalten. Hier spielt die Langwellentechnik ihren Vorteil aus: Im Gegensatz zu PLC erreicht sie binnen Sekunden quasi beliebig viele Geräte im Sendebereich für spontane Schalthandlungen.
Denkbar sind auch weitere Funktionen, die den Kundennutzen steigern, zum Beispiel, indem das Display über Inhome-Funkverbindungen den Verbrauch einzelner Geräte erfasst und dadurch ineffiziente Elektrogeräte sichtbar macht. Ein Lastmanagement böte Endkunden auch die Gelegenheit, Geräte zu Zeiten niedriger Tarife in Betrieb zu nehmen, um beispielsweise mit "Billigstrom" zu waschen.
Dank des Einsatzes der reaktionsschnellen Langwellenkommunikation steht eine Technik bereit, die das Smart-Metering um Informationen bereichern kann, Möglichkeiten für das Energie- und Lastmanagement bietet und Endkunden die intelligente Nutzung variabler Tarife gestattet. In Kombination mit einem bedienerfreundlichen Display entsteht ein Zusatznutzen für den Kunden, der so hoch ist, dass sogar Bereitstellungsentgelte für Zusatzservices denkbar wären.