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19.05.2012 03:37:48 Uhr
Systemumstellung bei der EWR AG

Nach der geglückten Integration der Funk-Rundsteuerung in ihr Leitsystem genießt die EWR AG gleichzeitig mehr Flexibilität, eine verbesserte Automatisierung und geringere Kosten.

(Exzerpt des Beitrags aus ew, Jg. 104 (2005), Heft 5, Seite 50 ff., 218 KB)

Gegenüber der althergebrachten Tonfrequenz-Rundsteuerung bietet die Funk-Rundsteuerung u. a. den Vorteil, dass Kunden keine eigenen Sende- und Hilfsanlagen benötigen und damit auch deren Wartung entfällt. In Zusammenhang mit der gebotenen Flexibilität sind dies Argumente, die einen Systemwechsel rechtfertigen - wie bei der EWR AG.

Im Jahr 2002 war ausschließlich ein Tonfrequenz-Rundsteuersystem in Betrieb. Damals war absehbar, dass bald der Austausch von 26 Sendeanlagen anstünde. Zudem fielen 8.000 Tonfrequenzempfänger aus den Jahren 1972 bis 1980 durch vermehrte Störungen auf.

Ihr Ersatz war nicht mehr lange aufzuschieben. Die Verantwortlichen standen vor der Entscheidung, in das bestehende Tonfrequenz-Rundsteuersystem zu investieren oder ein alternatives System anzuschaffen, in diesem Fall die Funk-Rundsteuerung.

Die Gesellschaft hatte sich zunächst in einem Test von der Eignung der Funk-Lösung überzeugt und stellte ihr Rundsteuersystem Schritt für Schritt auf die neue Technik um. Sie versprach sich davon geringere Betriebsführungs- und Instandhaltungskosten bei einem Plus an Flexibilität. Aufgaben wie das Lastmanagement oder das Steuern von Heizungs- und Beleuchtungsanlagen lassen sich mit weniger technischem Aufwand wirtschaftlicher erledigen.

Das Rundsteuersystem dient der täglichen Steuerung der Tarifzeiten und der Freigabe von Heizungsanlagen sowie dem Steuern der Straßenbeleuchtung Zudem führen die Techniker Kundendienstschaltungen mit dem System durch. Dazu sind rund 16.000 Rundsteuerempfänger in Betrieb, über die sich 19.500 Kundenanlagen ansprechen lassen.

Die eingesetzten Funk-Rundsteuerempfänger unterscheiden sich von ihren Pendants der Tonfrequenz-Technik dadurch, dass bei ihnen statt eines Netzfilters ein Hochfrequenz-Filter eingebaut ist und sie über eine Antenne verfügen. Die Funkempfänger werden für den autarken Betrieb in der Kundenanlage programmiert, was einen hohen Grad an Automatisierung ermöglicht. Sie haben dazu einen Speicher, in dem die abzuarbeitenden Routineaufgaben abgelegt werden. Daher müssen nur Änderungen in der gespeicherten Zeitliste oder Telegramme für die individuelle Steuerung übertragen werden.

Die EFR-Bedienstation wurde an das bestehende Netzleitsystem Resy-PMC angebunden. Die Integration in das Leitsystem war Bedingung, damit die Abläufe in von der Leitwarte nach wie über die gewohnte Bedienoberfläche gesteuert werden konnten. Diese Kombi-Lösung bringt weitere Vorteile: Die Schritte der Lastführung lassen sich in dem Betriebstagebuch und Ereignisarchiv der Netzleittechnik mitprotokollieren. Außerdem sind das Alarmmanagement und andere Funktionen wie die Zustandsführung weiter im Leitsystem verfügbar.

Es ist EWR gelungen, mit nur einem Empfängermodell und drei unterschiedlichen Belegungen alle Schaltaufgaben zur Steuerung der Tarif- und Heizungsanlagen abzubilden.

Angestrebt war ein höherer Automatisierungsgrad bei gesteigerter Flexibilität, damit der Diensthabende in der Netzleitwarte möglichst nur in Ausnahmesituationen eingreifen muss. Der Bediener hat die Möglichkeit, von Automatik auf Handsteuerung umzuschalten und das eingestellte Grundprogramm zu deaktivieren. Am Folgetag aktivieren die Funk-Rundsteuerempfänger wieder ihr jeweiliges Grundprogramm mit den hinterlegten Freigabezeiten. Aufgrund der dezentralen Intelligenz der Funk-Rundsteuerempfänger sind also automatisierte Abläufe möglich; zugleich verleiht die zentrale Steuerungsmöglichkeit dem System ein hohes Maß an Flexibilität.


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